Die heutige christliche Musikszene: zeitgemäß oder verseucht?

Während ich meinen Schulabschluß machte, machte mein Musiklehrer folgende Aussage: „Die Musik, die ihr heute in der Welt hört, werdet ihr innerhalb der nächsten 20 Jahre in der Kirche hören.“

Bedenken Sie diese Aussage, wenn Sie heute in Ihrer Kirche die Musik hören. Viel wichtiger ist jedoch, dass Sie an die Musik denken, die in heutiger Zeit in der Welt gehört wird und sich dann vorstellen, dass diese Musik innerhalb der nächsten 20 Jahre in den Kirchen zu hören ist.

Wo stehen wir heute bei der Kirchenmusik? Und sagen Sie mir, wohin gehen wir?

Als ein ehemaliger musikalischer Mitarbeiter in Kirchen, und heute als Besitzer / Lehrer an einer Musikschule denke ich, dass die Entwicklung, die in der Kirchenmusik stattgefunden hat, die Aussage meines Professors bestätigt.

Zum Beispiel besuchten meine Frau und ich vor zwei Monaten eine Kirche in unserer Nähe, die drei Vormittagsgottesdienste am Sonntag anbietet. Wir wollten den zweiten Gottesdienst besuchen und kamen schon etwas früher an. Als wir die Kirche betraten spielte die Lobpreis-Band gerade zum Einsammeln der Kollekte am Ende des ersten Gottesdienstes. Wir hätten dieselbe Musik auch in einem Jazzclub auf der Bourbon Street hören können.

Wir verließen dann die Kirche, bevor der zweite Gottesdienst begann und fuhren zu einer Kirche, von der wir aufgrund des Namens und der Konfession dachten, wir würden dort einen traditionelleren Gottesdienst finden. Wieder waren wir früher da. In dieser Kirche spielte ein Schlagzeuger auf einem elektronischen Schlagzeug zusammen mit einem Klavierspieler an einem Synthesizer einen Blues. Dies ging für 10 Minuten so weiter, bevor dann die anderen Mitglieder des „Orchesters“ einer nach dem anderen einsetze um sich der Musik anzuschließen. Zum Schluss kam noch der Chor dazu und verband sich mit dem Rest der Musik, während sich das Tempo und die Lautstärke steigerten.

Nachdem der Pastor zur Anbetung aufrief und gebetet hatte, sang der Chor ein schönes, vor kurzem geschriebenes Loblied, welches sie hervorragend vorführten. Dann begann die „Lobpreis-Zeit“, wofür wir 25 Minuten standen und 40% der Gemeinde mitsang und sich von Chorus zu Chorus, von dem ich noch keinen jemals gehört hatte, zur Musik mitbewegten. Als ich stand fragte ich mich, ob sich die anderen 60 % der Gemeinde genauso fühlten, wie ich mich fühlte … außen stehend, ein Fremder in einer Anbetungserfahrung. Darüber hinaus stellte sich die Kirche öffentlich so dar, dass Besucher und Gäste herzlich willkommen seien. Dies wurde auch noch mal in der Gottesdienstordnung betont.

Ist das normal? Sind wir heute so weit in der Kirchenmusik? Leider denke ich, dass es so ist. Durch unsere Lehrtätigkeit besuchen wir viele örtliche Kirchen. Es scheint, dass die meisten gleich sind, egal ob einer Konfession angehörig oder unabhängig von einer. Die Kirchenmusik imitiert und übertrifft häufig sogar die Welt in Bezug auf die Musik.

Ich rufe alle Betroffenen und denkenden Christen zu Taten auf. Wir sollten diese Art der Musik und der nicht-andächtigen Anbetung nicht akzeptieren und sollten unsere Bedenken, Wünsche und Gedanken unserem Pastor, Worship Leiter (so werden die musikalischen Leiter heute genannt) oder ehrenamtlichen Leiter und all denjenigen, die in unserer Glaubensgemeinschaft das Ruder in der Hand halten, auf freundliche Art mitteilen. Wir werden vielleicht eine achtlose Antwort bekommen, wie z. B.: „Das ist unser Weg. Wenn Sie ihn nicht mögen, dann müssen Sie eben woandershin gehen!“ Aber ungeachtet dessen, sollten wir unsere Bedenken und Wünsche äußern.

Viele Kirchenleiter glauben, dass dies die einzige Art von Musik ist, durch die man Menschen erreichen kann. Ich wundere mich wirklich darüber. Wo werden wir in der Zukunft sein, wenn wir mit dieser Art von Musik und Anbetung weitermachen?

Bitte hören Sie mir zu: ich befürworte nicht, dass wir alles was zeitgemäß ist ausrangieren. Es ist nichts falsches an einem guten, hochwertigen zeitgemäßen Lied. Nur weil ein Lied erst in letzter Zeit geschrieben wurde, bedeutet das nicht, dass wir es nicht verwenden sollten. Aber es wurde mehr gute hochwertige Musik in früheren Zeiten geschrieben als heutzutage, und diese sollte auch nicht nur aus dem Grund ausrangiert werden, weil sie nicht aktuell ist.

Eine Erfahrung, die meiner Frau kürzlich mit einer ihrer Klavierschülerinnen machte, ist es Wert das zu wiederholen. Während einer Unterrichtsstunde mit dieser ausgezeichneten Schülerin (die treu in der Jugend- und Musikarbeit ihrer Kirche mitarbeitet) schlug meine Frau einige Klavierarrangements vor, von denen sie dachte, sie könnten ihr bei der kirchlichen Arbeit helfen. Als meine Frau einige Lieder wie z. B. „Herrlich sein Dein Name“ oder „Mächtige Ströme des Segens“ erwähnte, gestand die Schülerin, dass sie diese Lieder nicht kannte. Es ist wirklich schade, dass in vielen Kirchen die maßgeblichen Choräle und Gospellieder die solch eine Bedeutung haben, nicht mehr gelernt werden. Wir alle benötigen gute, hochwertige Kirchenmusik, egal ob alt oder modern.

Viele christliche Radio- und Fernsehsender oder Stationen haben diese Art der Anbetung auch begeistern angenommen. Ich bin dankbar, dass es auch andere gibt. Meine Erfahrung sagt mir, dass die Musik und das Programm in Radio und Fernsehen eventuell auch den Weg in die Kirchen vor Ort finden werden. Kann es wirklich sein, dass Moderatoren und sogar Komponisten und Verleger einen Teil der Verantwortlichkeit für das haben, was heute in der Kirchenmusik vor sich geht?

Vor ein paar Tagen schaute ich eine Fernsehsendung bei einem sehr bekannten christlichen Fernsehsender. Ein „Prophet“ war mit seiner Musikgruppe dort. Bei seiner Art des Klavierspiels, zusammen mit dem Rhythmus und der Musik der Musikgruppe und dem Chor, sah ich intelligente und gebildete Menschen, die sich in einem tranceartigen Zustand zur kraftvollen Musik bewegten. In den 35 – 40 Minuten die ich zuschaute, gab es, wenn überhaupt, nur sehr wenig biblischen Inhalt.

Sagen Sie mir, wohin gehen wir?

Es bricht mir das Herz wenn ich sehe, dass in den Kirchen und natürlich auch in Musikprogrammen der Schwerpunkt eher auf Ausführung und Technik gelegt wird, als auf die biblische Lehre. Ich habe Angst, dass wir eigentlich eher verseucht sind als zeitgemäß.

„Verhält sich`s doch auch so mit leblosen Dingen, die Töne hervorbringen, es sei eine Flöte oder eine Harfe: wenn sie nicht unterschiedliche Töne von sich geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? Und wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?“ 1. Korither 14:7 + 8.

J. LaVerne Smith

Verne und seine Frau, Jeannie, haben großartige Erfahrung und Talent auf dem Gebiet der Musik. Verne war für viele Jahre musikalischer Leiter in Kirchen. Die beiden sind ebenso durch die USA gereist, um Musikprogramme in Kirchen und bei speziellen Treffen vorzustellen.

Verne kam zu BBN als Manager unserer Radiostation in der Umgebung von Tampa / Florida. Wir spielen öfter einige von Jeannie`s Klavierdarbietungen auf BBN. Verne und Jeannie waren durch ihre leitende Arbeit in Kirchen, in denen Sie auch die Lehren von BBN weitergaben, ein Segen für viele. Sie haben BBN verlassen und eine Musikschule in Clermont / Florida eröffnet, um ihre von Gott gegebenen Talente und die Philosophie von hochwertiger Musik weiterzugeben.

Bei: Harold Richards – Direktor der Biblischen Beratung u. der Kommunikationen

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